28. März 2018

Das Flaschenhausprojekt: Kampf gegen Arbeitslosigkeit in Uganda

Three of the bottle houses at SINA

Junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren waren 2013 in Subsahara-Afrika doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie andere Altersgruppen. Uganda bildet da keine Ausnahme und kämpft seit Jahren mit hohen Raten bei der Jugendarbeitslosigkeit. Für diese Situation gibt es viele Gründe, wie z. B. die Infrastruktur in Uganda, fehlende Fähigkeiten und Chancen sowie der begrenzte Zugang zu Kapital. Für keines dieser Probleme gibt es eine schnelle Lösung. Trotzdem versuchen das gesamte Land und vor allem die Nichtregierungsorganisationen, Lösungen zu finden, um die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen zu senken.

Fehlende Chancen machen einen großen Teil des Problems aus – warum ermutigt man die jungen Leute nicht, sich ihre eigenen Chancen zu schaffen? Man fördert Innovation und Unternehmergeist, sodass sie Arbeitsplätze für sich selbst und andere generieren. Diesen Gedanken verfolgten die Gründer der Social Innovation Academy (SINA) beim Aufbau ihrer Organisation. Sie möchten ihre Schüler, die zwischen 17 und 27 Jahren alt sind, dazu ermutigen, in neuen Bahnen zu denken, im Gegensatz zu dem Ansatz, den die meisten Schulen in Uganda zu verfolgen scheinen.

In einem Projekt von SINA lernen die Schüler, über die Grenzen der konventionellen Bauweise hinaus zu denken und Flaschenhäuser zu bauen. Ja, Häuser aus Flaschen. Dazu nehmen sie normale Plastikflaschen, füllen sie mit Lehm, komprimieren sie und binden sie zusammen. Dann füllen sie die Zwischenräume zwischen den Flaschen mit Mörtel. Nachdem sie einen Anstrich erhalten haben, sind diese Flaschenhäuser von normalen Ziegelsteinhäusern nicht mehr zu unterscheiden. Großartig ist außerdem, dass die Flaschenhäuser Erdbeben standhalten können und als Wärmespeicher dienen.

Bottle house during construction.

Dieses Upcycling-Projekt hat viele Vorteile. Zunächst einmal ist diese Methode zum Hausbau sehr kosteneffizient, da in Uganda große Mengen an Plastikflaschen kostenlos gesammelt werden können, gleiches gilt für Lehm. Außerdem könnte es dabei helfen, das Wohnraumproblem zu lösen, das durch das hohe Bevölkerungswachstum von 3,4 % pro Jahr entsteht. Jährlich werden 150.000 neue Häuser benötigt. ALPLA unterstützt dieses Projekt seit 2015. Dank der finanziellen Hilfe konnte SINA weitere Häuser bauen.

Für uns spielt auch der Umweltaspekt eine wichtige Rolle bei diesem Projekt. In Uganda gibt es kein Recyclingsystem und viele Plastikflaschen werden verbrannt, wodurch Toxine entstehen, die umwelt- und gesundheitsschädlich sind. Das Upcycling der Plastikflaschen – also ihre Umwandlung in etwas Wertvolleres – kann die negativen Folgen für die Meere und die Gesundheit der Menschen reduzieren. Eine tolle Art, Plastikflaschen wiederzuverwerten – und ein Thema, auf das wir aufmerksam machen wollen. Man kann sagen, dass SINA eine Win-win-Situation geschaffen hat: Die Umwelt wird geschützt und gleichzeitig lernen die Schüler, innovativ zu sein. Nach dem Motto „Müll ist nur Müll, wenn man ihn wegwirft“ lernen sie, wie man ein Geschäft aufbaut, auch aus scheinbar wertlosem Müll.

Autorenprofil

Linda Mauksch, Sustainability Manager

Seit 2012 leitet und koordiniert Linda, die einen Masterabschluss in Umwelt- und Bioressourcenmanagement hat, Nachhaltigkeitsprojekte bei ALPLA. Im Rahmen ihrer Arbeit berechnet sie CO2-Emissionen, berichtet über ihre Nachhaltigkeitsprojekte und gibt Workshops zur Sensibilisierung sowie zum Umgang mit Kundenfragen in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit. Ihre Liebe zur Umwelt lebt sie auch in ihrer Freizeit aus, die sie gern in der Natur und mit Reisen verbringt. Es liegt ihr am Herzen, sich gemeinsam für eine gute und nachhaltige Zukunft einzusetzen.

 

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