Auf dem Weg ins neue Jahrtausend – ALPLA 1992-2004
Teil fünf der Serie 70 Jahre ALPLA: In den 1990er-Jahren beschleunigt sich ALPLA's Entwicklung spürbar: Die Expansion in Mexiko nimmt Fahrt auf, Europa wächst näher zusammen und am Stammsitz wird der Platz knapp. Gleichzeitig übernimmt die nächste Generation der Eigentümerfamilie zunehmend Verantwortung – ein entscheidender Schritt in einer Zeit großer Veränderungen.
Mit dem neuen Werk in Fußach erweitert ALPLA 2002 seine Kapazitäten am Stammsitz.
Aufbruch in neue Märkte
Zu Beginn der 1990er-Jahre herrscht bei ALPLA Aufbruchsstimmung. Denn 1994 vollzieht die mexikanische Getränkeindustrie die Umstellung von Glas auf Kunststoff– und ALPLA steigt mit Coca-Cola FEMSA in ein anspruchsvolles In-House-Inline-Projekt ein. Die enge Zusammenarbeit vor Ort legt den Grundstein für eine starke, langfristige Partnerschaft. Gleichzeitig wächst ALPLA in Europa und Lateinamerika weiter, getragen von einem positiven wirtschaftlichen Umfeld und steigender Nachfrage nach Kunststoffverpackungen. Ein weiterer Meilenstein war 1996 die Zertifizierung des ALPLA-Werkes in Hard gemäß der Norm EN ISO 9001, der ein zweijähriger Aufbau des Qualitäts-Management-Systems voranging. Kunden und Partnern zeigte dies, dass der Slogan „Qualitätsverpackungen“ nicht nur ein Werbeversprechen, sondern gelebte Praxis bei ALPLA war und heute noch ist.
Große Freude herrschte nach der erfolgreichen ISO-Zertifizierung 1996.
Professionalisierung und neue Führung
Die Mitte des Jahrzehnts bringt dann eine organisatorische Neuaufstellung. 1997 wird die Rechtsform in eine GmbH & Co. KG überführt – ein Schritt, der das internationale Wachstum strukturell absichert. Auch in der Eigentümerfamilie erfolgt ein Generationenwechsel: Günther Lehner übernimmt gemeinsam mit Helmut Scheffknecht und Georg Früh schrittweise die Führung, während sich Alwin Lehner zurückzieht und sich 1997 nach 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Im Jahr 2000, als Heinz Lehner in den Ruhestand tritt, beendet auch das letzte aktive Mitglied der Gründergeneration seine operative Tätigkeit.
Neue Führungsspitze mit Günther Lehner, Helmut Scheffknecht und Georg Früh (v.l.).
Kapazitätsengpässe und der Weg nach Fußach
In den späten 1990er-Jahren investiert ALPLA gezielt in die Weiterentwicklung des Stammsitzes: 18 Millionen Schilling fließen in eine neue Halle für den Revisions- und Sondermaschinenbau, die 1997 eröffnet wird und größere Projekte deutlich effizienter macht. Doch schon bald reichen die Kapazitäten erneut nicht aus. Die Lösung findet sich im benachbarten Fußach, wo ab 2000 eine moderne Produktionshalle für Spritzgussteile und PET-Rohlinge entsteht, welche die Kapazität in Vorarlberg erheblich erhöht. 2003 folgt eine Erweiterung.
Parallel dazu verändert sich auch in Europa einiges: Die Einführung des Euro im Jahr 2002 erleichtert internationale Geschäftsprozesse und die Übernahme mehrerer Tetra Pak®-Preform-Werke in Spanien, Italien und Belgien stärkt ALPLAs Position in Europa weiter.
ALPLA zieht es in die USA und nach Asien
2003 eröffnet ALPLA in Toluca das erste regionale Technical Center außerhalb von Hard – ein entscheidender Schritt hin zu schnellerer Produktentwicklung direkt im Markt. Zwischen 2001 und 2004 entstehen in Atlanta, Georgia und Houston zudem mehrere Werke in den USA. Erfahrene Mitarbeitende aus dem Unternehmen übernehmen die Aufbauarbeit und tragen den ALPLA-Spirit in den neuen Markt. So übernimmt Carmen Lehner, Schwester von Günther Lehner und studierte Psychologin, die Personalagenden in den USA.
2004 folgt der Schritt nach Asien: In Thailand startet die erste In-House-Produktion für Unilever, kurz darauf auch in Indien. Fast 50 Jahre nach der Gründung erschließt ALPLA mit seinen Produkten damit den dritten Kontinent nach Europa und Amerika.
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