Steinabrückl, 20. November 2019

Milchflasche aus 100 Prozent rPET

ALPLA und NÖM setzen neue Maßstäbe für die umweltfreundliche Verpackung von Milchprodukten.

Während die Konkurrenz auf Glas setzt, entscheidet sich NÖM ganz bewusst für Kunststoff als Verpackungsmaterial. Die neue NÖM-Milchflasche ist zu 100 Prozent aus recyceltem PET (rPET) und vollständig recyclingfähig.

Die Niederösterreichische Molkerei (NÖM) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Nachhaltigkeit. 2008 implementierte das Unternehmen ein umfassendes Energiekonzept, um den CO2-Fußabdruck fortlaufend zu reduzieren. Heute ist NÖM die erste und bislang einzige CO2-neutrale Molkerei Österreichs. Mit der Einführung der Milchflasche aus 100 Prozent rPET folgte im Herbst 2019 ein weiterer Schritt mit großer Wirkung für die Umwelt. ALPLA hat diese Flaschen entwickelt und stellt sie am Standort Steinabrückl her.

Eine wohlüberlegte Entscheidung zum Vorteil der Umwelt

Die Präsentation dieser Verpackungslösung aus recyceltem PET mag für manche Branchenkenner überraschend gewesen sein. Denn in jüngster Vergangenheit führten andere österreichische Molkereien wieder Glasflaschen für Frischmilch ein. Häufig mit der Begründung, dass Glas als Verpackungsmaterial derzeit bei Konsumenten höher in der Gunst stehe als Kunststoff. Für NÖM stehen hingegen nicht nur Image und Trends im Vordergrund, sondern stichfeste Fakten zu den Umweltauswirkungen von unterschiedlichen Verpackungsmaterialien.

PET-Flaschen mit hohem Rezyklatanteil haben niedrige Umweltauswirkungen

In einem Interview mit einem österreichischen Handelsmagazin fasste Erik Hofstädter, Marketing- und Verkaufsleiter bei NÖM, die Entscheidungskriterien wie folgt zusammen: „Als führender Produzent von Milchprodukten in Flaschen in Österreich wie auch ganz Europa sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und setzen als einzige CO2-neutrale Molkerei Österreichs auf eine Verpackung, die den geringsten CO2-Fußabdruck hinterlässt und der Umwelt auf lange Sicht gut tut. Die erst kürzlich von c7-consult präsentierte Ökobilanz von Verpackungen bekräftigt diese Zielsetzung. Hier geht klar hervor, dass PET-Flaschen mit hohem Rezyklatanteil in der Ökobilanz sehr deutlich vor der Glas-Einwegflasche und deutlich vor Glas-Mehrwegflaschen liegen (…).“

Insbesondere die Wassereinsparung bei der Wiederaufbereitung der gebrauchten Flaschen sowie das geringe Gewicht der PET-Flaschen und die Platzersparnis beim Transport wirken sich auf die Ökobilanz der Flaschen aus 100 Prozent rPET positiv aus. NÖM führt für die CO2-Einsparungen beim Transport folgende Berechnung ins Rennen: 600.000 Preforms (= Rohlinge für die Milchflaschen) können pro LKW transportiert werden. Für die gleiche Menge Glasflaschen benötigt man 23 LKWs. Einen weiteren Vorteil sieht Erik Hofstädter in der Entsorgung von gebrauchten PET-Milchflaschen: „Sie können in der gelben Tonne oder im gelben Sack entsorgt werden, womit ein einfacher und CO2-günstiger Entsorgungsweg gewährleistet wird.“

Hervorragende Entwicklungsleistung

ALPLA produziert die Milchflasche aus 100 Prozent rPET am Standort Steinabrückl in Österreich. Plant Manager Werner Rosenberger und sein Team haben bereits fundierte Erfahrung mit hohen Rezyklatanteilen in der Produktion und konnten in enger Abstimmung mit dem Kunden auch dieses Projekt rasch zur Marktreife führen. „Die Qualitätsansprüche sind bei einer Verpackung für Frischmilch natürlich sehr hoch. Die Lebensmittelsicherheit muss gewährleistet sein“, erklärt Werner Rosenberger. „Die Flasche muss zum Beispiel dicht wiederverschließbar sein, damit die Haltbarkeit der Milch nicht beeinträchtigt wird.“ Der Plant Manager schätzt insbesondere das hohe gegenseitige Vertrauen, das aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit zwischen ALPLA und NÖM die Basis für Innovationen bildet. NÖM ist seit 19 Jahren Kunde von ALPLA.

Fit für den Wertstoffkreislauf

Besonderes Augenmerk legen die Partner auf die gute Recyclingfähigkeit der Verpackung. Plant Manager Werner Rosenberger betont: „Die Milchflasche ist aus glasklarem rPET, weil sie so im Recyclingstrom gut erkannt und weiterverarbeitet werden kann. Wir achten schon beim Design von Verpackungen darauf, dass wir sie nach dem Gebrauch als Rezyklat wiederbekommen und sie nicht in der thermischen Verwertung landen.“

Leere Flaschen können wie alle anderen gebrauchten Verpackungen einfach in der haushaltsnahen Sammlung (gelber Sack oder gelbe Tonne) entsorgt werden. Wichtig ist, dass die Konsumenten das Etikett entfernen, um den Recyclingprozess effizienter zu gestalten. Beim Recycling werden die Flaschen erst zu Flakes und dann zu lebensmittelechtem Granulat verarbeitet, aus dem wieder neue Verpackungen hergestellt werden können. NÖM unterstützt Aufklärungsmaßnahmen für Konsumenten und trägt so zu möglichst hohen Recyclingquoten bei. Zudem will NÖM den Rezyklatanteil in Verpackungen weiter erhöhen: Derzeit liegt dieser im gesamten PET-Sortiment der Molkerei bei 25 Prozent, 2020 sollen es mindestens 50 Prozent sein.

 

Über NÖM

Die NÖM AG ist ein österreichisches Milchverarbeitungsunternehmen mit Sitz in Baden bei Wien und ein wichtiger innovativer Erzeuger von veredelten Milchprodukten sowohl für den österreichischen als auch den europäischen Markt. Durch Investition in neue Produktions- und Abfülltechnologien entwickelte sie sich in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen europäischen Molkereiunternehmen.

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