Hamm/Hard, 29. Oktober 2019

Ökobilanz attestiert PET-Flaschen für Speiseöle hervorragende Werte

Tradition verpflichtet – zum Vorausdenken. Das gilt zumindest für die Zusammenarbeit von ALPLA und der deutschen Ölmühle Brökelmann. Seit mehr als 50 Jahren besteht die Partnerschaft, das Ziel war immer das gleiche: Für ein gutes und natürliches Produkt braucht es eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Verpackungslösung.

Im Jahr 1988 – also vor mehr als 30 Jahren! – stellte sich Bertram Brökelmann einer wichtigen Frage: „Welche Verpackung eignet sich für meine Speiseöle am besten?“ Dabei hatte der vorausdenkende Unternehmer nicht nur die Kosten im Blick, sondern wollte eine möglichst umweltfreundliche Verpackungslösung. Die Entscheidung fiel schließlich für eine 1-Liter-Flasche aus PET. Wohlüberlegt, wie der Seniorchef der deutschen Ölmühle begründet: „Ausschlaggebend für die Entscheidung gegen die 1-Liter-Flasche aus Glas mit rund 700 Gramm und für die PET-Flasche mit nur 20 Gramm war letztlich der Carbon-Footprint, hauptsächlich basierend auf dem Gewichtsunterschied von 680 Gramm. Die Brölio-PET-Flasche war und ist die leichteste Ölflasche der Welt.“ Natürlich hatten die Verantwortlichen auch Faktoren wie Logistik und Produktsicherheit berücksichtigt.

Vertrauensvolle, langjährige Zusammenarbeit

Diese PET-Flasche produziert ALPLA bis heute in einem Inhouse-Werk bei Brökelmann in Hamm. Die Inhouse-Produktion bietet für die Umwelt Vorteile, LKW-Transporte und Umverpackung entfallen komplett. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden fördert zudem kontinuierliche Verbesserungen. So verlor die 1-Liter-Ölflasche aus PET im Laufe der Zeit ordentlich an Gewicht: Heute wiegt sie nur noch 15,9 Gramm. Das spart nicht nur Material und Kosten, sondern beim Transport zum Lebensmitteleinzelhandel auch Treibhausgase. Auf den ersten Blick mögen 4 Gramm weniger pro Flasche nicht viel erscheinen. Wenn man es aber auf die Jahreskapazitäten und über längere Zeiträume hochrechnet, so bedeutet es unter dem Strich einen wesentlichen Beitrag zur Schonung von Ressourcen.

Vorreiter für innovative Produkte

Es wäre aber untypisch für die beiden Familienunternehmen ALPLA und Brökelmann, wenn man sich auf den Lorbeeren getaner Arbeit ausruhen wollte. Im Frühling 2019 meldete sich Bertram Brökelmann erneut mit der Frage: „Welche Verpackungslösung ist die nachhaltigste für meine Produkte? Haben Ölflaschen aus Kunststoff heute noch eine Berechtigung?“ Im Grunde waren die Verantwortlichen nach wie vor davon überzeugt, dass die leichten PET-Flaschen Alternativen aus Glas ökologisch und ökonomisch überlegen sind. Aber nicht zuletzt aufgrund der emotional geführten Diskussion rund um Kunststoffverpackungen wollte man stichhaltige Fakten auf dem Tisch haben. „Kunststoffverpackungen werden generell infrage gestellt. Die Ölmühle Hamm will aber der interessierten Öffentlichkeit und ihren Kunden das positive Gefühl vermitteln, mit der PET-Flasche auch ein ökologisch vorteilhaftes Produkt zu kaufen“, schrieb Bertram Brökelmann an ALPLA CEO Günther Lehner.

Ökobilanz für Ölflaschen in Deutschland

An dieser Stelle kam das ALPLA Sustainability-Team ins Spiel. ALPLA hatte im April 2019 eine umfassende Ökobilanz (ISO 14044) zu den Umweltauswirkungen von Verpackungen in Österreich vorgestellt. Mit dieser Methode sollten nun auch Verpackungen von am deutschen Markt vertretenen Speiseölen verglichen werden. Das unabhängige Beratungsunternehmen c7-consult analysierte neben der PET-Ölflasche von ALPLA mit unterschiedlichen Rezyklatanteilen Einweg-Glasflaschen von ausgewählten deutschen Markenölen und Olivenölen aus Südeuropa. Ein Teil der Produkte wird in Deutschland abgefüllt, andere in Österreich bzw. in südeuropäischen Ländern. Die unterschiedlichen Transportdistanzen wurden in der Ökobilanz berücksichtigt.

Eine Ökobilanz analysiert die Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebenszyklus (im Engl. life cycle assessment bzw. LCA). In diesem Fall umfasst das die Herstellung von Gebinde, Verschluss, Etiketten, Verkaufs- und Transportverpackung, die Abfüllung, Distribution zum Handel, Verluste bei der Abfüllung sowie die Verwertung und Entsorgung der Abfälle. Sechs Sachbilanzgrößen und sieben Wirkungskategorien wurden berechnet, um die Umweltauswirkungen zu vergleichen. Diese reichen vom Beitrag zum Klimawandel über Sommersmog bis zum Wasserverbrauch.

PET-Flasche hat die geringsten Umweltauswirkungen

Die Ergebnisse stellen der PET-Flasche ein hervorragendes Zeugnis aus: Sie schneidet bei allen Wirkungskategorien und Sachbilanzgrößen deutlich besser ab als die untersuchten Einwegflaschen aus Glas. Ein höherer Anteil an Rezyklaten verbessert das Ergebnis der PET-Flaschen weiter. Aufgrund des ohnehin sehr geringen Gewichts der PET-Ölflasche fällt der Vorteil allerdings nicht sehr deutlich aus.

Zu den Ergebnissen der Glasflaschen hält der Bericht fest, dass die Herstellung dieser Flaschen in Deutschland und Österreich geringere Umweltauswirkungen verursacht als in Italien und Spanien. In den letztgenannten Ländern schlagen weiters die längeren Transportdistanzen vom Abfüller zum Konsumenten zu Buche. Grünglas hat gegenüber Braun- und Weißglas ökologische Vorteile, da hier ein höherer Scherbenanteil verarbeitet werden kann. Bei der Analyse spielt auch das Verhältnis des Verpackungsmaterials zum Inhalt eine Rolle. Die schwerste Glasflasche der analysierten Produkte wiegt rund 550 Gramm, die anderen liegen zwischen 300 und 400 Gramm. Die Glasflaschen sind also heute noch um ein Vielfaches schwerer als die Kunststoffflaschen.

Ein zentrales Anliegen von ALPLA ist, dass gebrauchte Kunststoffflaschen gesammelt, zu Regranulaten und schließlich wieder zu neuen Flaschen verarbeitet werden. Die Ökobilanz für Verpackungen von Speiseölen in Deutschland zeigt es einmal mehr deutlich auf: Kunststoff ist ein nachhaltiger Werkstoff und der Einsatz von recycelten Kunststoffen lohnt sich.

Factbox ALPLA Inhouse-Werk Hamm

  • Zusammenarbeit zwischen ALPLA und Brökelmann besteht seit 1968
  • Eröffnung Inhouse-Werk im Jahr 1992
  • Produktion im Drei-Schicht-Betrieb an 5 Tagen pro Woche
  • 1.500 Tonnen Ölsaaten werden täglich in der Ölmühle verarbeitet, 120.000 Tonnen Öl jährlich hergestellt
  • Rezyklatanteil bis zu 35 % möglich

Autorenprofil

Georg Pescher, Multi Plant Manager

Georg Pescher arbeitet seit 2009 bei ALPLA. Als Multi Plant Manager ist er für mehrere Produktionsbetriebe in Nord- und Mitteldeutschland verantwortlich, er pflegt aber auch mit vielen lokalen Kunden eine sehr enge Zusammenarbeit. Seine hohe technische Expertise bringt Georg in Verbänden und Organisationen ein, er vertritt ALPLA unter anderem in Gremien der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen. Sein Anspruch ist es, der Zeit immer einen Schritt voraus zu sein.