27. Mai 2026

Ein Realitätscheck für Verpackungen

Welche Verpackung ist nachhaltiger? Neue unabhängige Life Cycle Assessments (LCA) von c7-consult bestätigen erneut: Kunststoffverpackungen, insbesondere aus PET mit Rezyklatanteil, schneiden in vielen Umweltkategorien besser ab als alternative Verpackungssysteme. Erstmals wurden dabei auch Auswirkungen auf Ökosysteme und die menschliche Gesundheit untersucht.

Plastikflasche, Aluminiumdose, Glasflasche und Karton auf einem Holztisch.

Fakten statt Emotionen

Die Diskussion rund um Verpackungen ist emotional und häufig geprägt von vereinfachten Annahmen. Glas gilt vielfach als nachhaltige Alternative, Kunststoff dagegen als Problemstoff. Neue aktuelle Life Cycle Assessments (LCA) nach der Methode Environmental Footprint Version 3.1, durchgeführt von c7-consult im Auftrag von ALPLA, zeichnen ein differenziertes Bild und bestätigen erneut: Kunststoffverpackungen – insbesondere aus PET mit Rezyklatanteil – schneiden in vielen Umweltkategorien besser ab als alternative Verpackungssysteme.

Die aktualisierten Daten zeigen nicht nur bekannte Vorteile bei CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch. Erstmals wurden auch die Kategorien Freshwater Ecotoxicity und Human Toxicity (carcinogenic) untersucht. Das Ergebnis: Auch in diesen toxikologischen Wirkungskategorien weist PET deutliche Vorteile gegenüber Glas auf.

Was zeigt ein Life Cycle Assessment?

Ein LCA betrachtet die Umweltauswirkungen eines Produkts über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Transport bis hin zur Wiederverwertung oder Entsorgung. Dadurch entsteht ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtbild, das alle relevanten Einflussfaktoren berücksichtigt. Für Verpackungen bedeutet das: Nicht nur das Material selbst zählt, sondern auch Gewicht, Transportaufwand, Energieeinsatz in der Herstellung sowie Recyclingfähigkeit.

Die aktuellen Daten von c7-consult bestätigen erneut ein klares Bild: Leichtgewichtige Kunststoffverpackungen bieten in vielen Anwendungen die geringsten Umweltwirkungen – insbesondere dann, wenn sie mit hohem Anteil an recyceltem Material hergestellt werden.

Balkendiagramm zum Vergleich der CO₂-Emissionen von 0,5 l Limonade in PET-, Aluminium- und Glasverpackungen.

Warum Energie und Gewicht entscheidend sind

Glas benötigt in der Herstellung hohe Temperaturen und damit große Mengen Energie. Gleichzeitig erhöht das hohe Gewicht die Emissionen entlang der gesamten Transportkette. Besonders deutlich wird das bei Einweg-Glasverpackungen. Sie verursachen in zahlreichen Umweltkategorien die höchsten Belastungen. Im Vergleich zu Einweg-Glas schneidet Mehrweg-Glas immer besser ab, hat bei langen Transportdistanzen aufgrund des hohen Gewichts aber auch Nachteile. 

PET-Verpackungen dagegen profitieren von ihrem geringen Gewicht und ihrer hohen Materialeffizienz. Wird zusätzlich rPET eingesetzt, sinkt der Bedarf an Primärrohstoffen und die damit verbundenen Umweltwirkungen noch einmal deutlich.

Balkendiagramm zum Vergleich der CO₂-Belastung: Mehrweg-PET hat einen Wert von 54, Mehrweg-Glas einen 1,3-fach höheren Wert von 70.

Neue Perspektive: Ecotoxicity und Human Toxicity

Erstmals wurden im Rahmen der aktuellen LCA-Analysen von c7-consult auch die Kategorien Freshwater Ecotoxicity und Human Toxicity untersucht. Die Freshwater Ecotoxicity beschreibt das Ökotoxizitätspotenzial eines Produkts in Süßwasserökosystemen und bewertet, wie stark Emissionen wie Schwermetalle oder Pestizide die dortige Flora und Fauna schädigen können. Human Toxicity untersucht mögliche langfristige Gesundheitsrisiken für Menschen durch krebserregende Stoffe.

Die Ergebnisse am Beispiel der Daten aus Deutschland zeigen ein konsistentes Bild:

  • Einweg-Glas weist die höchsten Belastungen in beiden Kategorien auf. Haupttreiber sind die energieintensive Primärmaterialproduktion sowie höhere Transportemissionen aufgrund des Gewichts. Mehrweg-Glas reduziert die Auswirkungen teilweise, bleibt jedoch auf hohem Niveau. 
  • PET-Verpackungen schneiden deutlich besser ab, insbesondere bei hohem Rezyklatanteil und in Mehrwegsystemen. 
  • Kartonbasierte Verpackungssysteme zeigen vor allem bei Getränken wie Milch oder Fruchtsäften geringe Belastungen.

Wissenschaft statt Wahrnehmung

Die öffentliche Debatte konzentriert sich häufig auf sichtbare Aspekte von Verpackungen. Wissenschaftliche Analysen zeigen jedoch, dass nachhaltige Entscheidungen nur auf Basis gesamtheitlicher Daten getroffen werden können. Für ALPLA steht deshalb ein faktenbasierter Zugang im Mittelpunkt. Life Cycle Assessments schaffen Transparenz und helfen dabei, Verpackungslösungen objektiv zu bewerten und gezielt weiterzuentwickeln.

Bei allen Packstoffen verbessert sich die Ökobilanz mit geringerem Gewicht, steigendem Recyclinganteil und - falls möglich - in Mehrweggebinden. Aber nur PET kann diese drei wichtigen Eigenschaften vereinen. Dies zeigt die aktuelle LCA: PET -Verpackungen zählen zu den umweltverträglichsten Lösungen – nicht nur hinsichtlich Klimawirkung, sondern auch im Hinblick auf Ökosysteme und menschliche Gesundheit.

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