16. Juni 2026

Menschen bei ALPLA – Interview mit Timo Ehrmann

Ein Hinweis in einer Vorlesung brachte Timo Ehrmann auf das ALPLA-Stipendium – ein Gespräch mit einem Kommilitonen später war die Bewerbung geschrieben. Heute arbeitet Timo als Product Engineer im Product Development Center am Headquarter. Dort entwickelt er gemeinsam mit Kunden neue Verpackungslösungen und beschäftigt sich gleichzeitig intensiv mit Design for Recycling. Im Gespräch erzählt er von seinem Weg zu ALPLA, warum Zuhören für ihn genauso wichtig ist wie Fachwissen – und weshalb der Bodensee inzwischen ein Stück Heimat geworden ist.

Timo Ehrmann im Interview

Timo Ehrmann fand über das Alwin Lehner Stipendium zu ALPLA.

Du trägst bei ALPLA gleich zwei Hüte. Was machst du genau?

Ich arbeite als Product Engineer im Product Development Center. Einerseits begleite ich technische Entwicklungen – etwa im Bereich Kanister – und versuche im Projektmanagement, Design und technische Teams gut zusammenzubringen. Andererseits beschäftige ich mich intensiv mit Design for Recycling und unterstütze Kunden dabei, Recyclingfähigkeit schon früh mitzudenken. Gerade durch neue regulatorische Anforderungen wird dieses Thema immer wichtiger.

Was gefällt dir an dieser Aufgabe besonders?

Mir gefällt, dass Wissenschaft beziehungsweise Technik und Menschen zusammenkommen – und daraus etwas entsteht. Man kann an Zukunftsthemen mitdenken und gleichzeitig aus Erfahrungen lernen: Was hat schon funktioniert, was weniger? Besonders spannend finde ich, Menschen mit ihren unterschiedlichen Stärken zusammenzubringen und gemeinsam etwas zu schaffen.

Seit wann bist du bei ALPLA?

Inklusive Praktikum im Rahmen des Stipendiums bin ich seit etwas mehr als zwei Jahren dabei, seit rund anderthalb Jahren im Headquarter.

Wie bist du auf das ALPLA-Stipendium aufmerksam geworden?

Eigentlich ganz zufällig. In einer Vorlesung hat einer unserer Professoren davon erzählt. Ich habe darüber nachgedacht und mit einem Kommilitonen gesprochen. Der meinte: „Timo, setz dich am Wochenende hin und schreib die Bewerbung.“ Das habe ich dann gemacht – und dachte mir: Das klingt eigentlich nach einer guten Chance.

Du kommst ursprünglich aus der Chemie. Wie sah dein Weg aus?

Ich komme aus Deutschland und habe dort Angewandte Chemie studiert. Während des Studiums hat sich meine Begeisterung für Kunststoffe entwickelt. Deshalb wollte ich das im Master vertiefen und habe Management in Polymer Technologies an der JKU Linz studiert. Mir war wichtig, Kunststoffe weiterzuverfolgen, aber stärker in Richtung Industrie zu gehen.

Zum Stipendium gehört auch ein Praktikum. Wo warst du unterwegs?

Das Praktikum hat sich etwas mit meiner Masterarbeit überschnitten. Ich war schließlich ein halbes Jahr in Markdorf stationiert und konnte gleichzeitig verschiedene Werke und Standorte kennenlernen – vor allem in Deutschland.Besonders spannend war für mich, direkt im Produktionsumfeld mitzuarbeiten – Formen einzubauen, zu testen und Qualitätsthemen kennenzulernen. In Markdorf fiel das genau in eine Phase des Umbruchs, in der besonders viel passiert ist.

Du warst selbst Stipendiat. Heute begleitest du Studierende im Rahmen des Alwin Lehner Stipendiums als Mentor. Wie ist das für dich?

Das macht mir wirklich Spaß. Ich kann mich noch gut an meine eigene Zeit als Student erinnern und viele der Fragen und Herausforderungen gut nachvollziehen. Vielleicht macht genau das den Austausch so wertvoll. Außerdem finde ich es schön, junge Talente auf ihrem Weg ein Stück begleiten zu können. Das Alwin Lehner Stipendium hat mir selbst viele Einblicke ermöglicht. Heute etwas davon zurückzugeben und Studierende bei ihren ersten Schritten in die Praxis zu unterstützen, ist für mich eine tolle Erfahrung

Timo Ehrmann während seines Interviews

Heute ist Timo als Product Engineer bei ALPLA tätig.

Was sind die größten Herausforderungen in deiner Arbeit?

Wo Menschen zusammenkommen, treffen auch unterschiedliche Interessen aufeinander. Die Herausforderung besteht darin, diese unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig das große Ziel im Blick zu behalten.Und man muss entscheiden: Was ist gerade wirklich wichtig? Worauf lege ich den Fokus und was ist im Moment weniger entscheidend?

Im STUDIOa arbeitest du auch eng mit Kunden zusammen. Wie unterschiedlich sind die Anforderungen?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei Workshops merkt man schnell, wie offen Menschen von Beginn an sind oder ob sie eher zurückhaltend agieren. Die Atmosphäre verändert sich oft im Laufe der Zusammenarbeit – und damit auch die Kommunikation und die Dynamik im Team.

Wie findest du Verbesserungsmöglichkeiten oder neue Ideen?

Eigentlich auf zwei Wegen. Einerseits lese ich viel, um aktuelle Entwicklungen und regulatorische Themen zu verstehen und ein gutes Gesamtbild zu bekommen. Andererseits versuche ich, erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zuzuhören. Viele Entscheidungen basieren auf Erfahrung – und davon gibt es bei ALPLA jede Menge. Für mich gehört es dazu, dieses Wissen aufzunehmen und mit neuen Entwicklungen zusammenzubringen.

Gab es schon Situationen, in denen du schwierige Entscheidungen treffen musstest?

Natürlich. Gerade wenn man noch Erfahrung aufbaut, merkt man schnell, wie wertvoll das Wissen anderer ist. Ich versuche deshalb herauszufinden, wer zu einem Thema die größte Erfahrung hat – sei es mein Chef, Kolleginnen und Kollegen im Werkzeugbau oder direkt an der Maschine. Mein Ziel ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und dann auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen.

Wechseln wir kurz die Perspektive: Was war bisher dein größter persönlicher Erfolg?

Ich habe letztes Jahr geheiratet. Meine Frau und ich sind gemeinsam in die Bodenseeregion gezogen und haben dort unseren Lebensmittelpunkt aufgebaut. Ich war in den vergangenen Jahren viel unterwegs und habe an unterschiedlichen Orten gelebt. Gemeinsam ein Zuhause aufzubauen, war deshalb ein wichtiger Schritt.

Und was machst du am liebsten in deiner Freizeit?

Ich entdecke gerne die Bodenseeregion und das Allgäu – meistens mit dem Fahrrad. Neue Landschaften, Cafés oder Städte kennenzulernen macht mir Spaß, am liebsten gemeinsam mit Freunden oder meiner Frau. Außerdem laden wir gerne Menschen zum Essen ein.

Kannst du drei Dinge nennen, die auf deiner Bucket List stehen?

Nach Südkorea zu reisen – das erfüllt sich dieses Jahr schon. Dann würde ich gerne irgendwann gemeinsam mit meinen besten Freunden und ihren Familien ein Haus kaufen. Und als Klassiker steht auch noch eine Runde um den Bodensee auf meiner Bucket List.

Du bist als Berufseinsteiger zu ALPLA gekommen. Was sollte man mitbringen, um hier gut durchzustarten?

Man sollte wie ein Schwamm hierherkommen und möglichst viel aufsaugen.Gerade am Anfang habe ich versucht, viel über Technologien und Prozesse zu lernen. Gleichzeitig ist es wichtig, offen zu sein und Kontakte zu knüpfen. Am Ende bringen einen Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, weiter.

Wie würdest du ALPLA in drei Worten beschreiben?

Interdisziplinär. Neugierig. Hands-on.

Wie sieht für dich ein perfekter Tag am Bodensee aus?

In die Berge gehen und abends am Bodensee beim Feuer Würstchen grillen.

Zum Abschluss was kulinarisches; was ist deine Lieblingsspeise?

Spinatknödel mit Kräuterbutter und Parmesan. Wir waren vor Kurzem in Meran und haben dort bei einem Knödelkurs quasi die Perfektion gelernt.

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